Seitenansicht der Michaeliskirche

Kirchenbau

Bereits um das Jahr 1200 hatte Altchemnitz eine Kirche, welche neben der heutigen Schule stand. Jedoch ist über die Gründung nichts Näheres bekannt. Sie soll aus einer einfachen Krypta entstanden sein und war den Aposteln Petrus und Paulus geweiht.

Vor dem 30 jährigen Krieg war Altchemnitz selbständige Parochie (Amtsbezirk eines Geistlichen). Während in diesem Krieg die Kirche verschont blieb, waren nur noch drei Einwohner am Leben. Die bis ins Jahr 1700 zurückgehenden Kirchenbücher belegen, dass Altchemnitz nach dem Krieg zur Filiale der Parochie St. Nikolai in Chemnitz wurde. Die Einwohnerzahlen nahmen im Zuge der Industrialisierung deutlich zu. So wurde Altchemnitz am 30. November 1884 wieder eine eigene Kirchgemeinde mit eigenem Pfarramt und 3.900 Gemeindegliedern. Am 1. Oktober 1894 wurde der bis dahin eigenständige Vorort Altchemnitz mit Chemnitz vereinigt.

Zeichnung der St. Michaeliskirche

Nachdem die Peter-Pauls-Kirche bereits am 2. Weihnachtsfeiertag 1887 durch ein ausgebrochenes Feuer bedroht wurde, sollte der 9. Januar 1888 zu einem traurigen Tag der Gemeinde werden. Das angrenzende Gut war durch Brandstifter in Flammen aufgegangen, welche durch den heftigen Sturm auch die Kirche erfassten. Alle Löschversuche scheiterten und so brannte sie innerhalb von zwei Stunden ab. Schon vor der Katastrophe wurden Gedanken zum Neubau einer Kirche geäußert, diese mussten nun verwirklicht werden. Es wurde dafür ein Kirchenbaufonds angelegt und die kirchlichen Veranstaltungen fanden im nahe gelegenen Gasthaus und Pfarramt statt. Im Juni 1888 versammelte sich die Gemeinde zu Gottesdiensten in einer neu gebauten Turnhalle, welche mit dem notwendigen Inventar versehen war und bis zur Einweihung der neuen Kirche genutzt wurde. Die feierliche Grundsteinlegung für ein größeres Kirchengebäude fand am 3. Juni 1889 statt. Der Bau wurde auf einer Fläche von 1.500 qm nach den Plänen des Dresdner Architekten Schramm errichtet. Am 5. Juli 1891 empfing das neue Gotteshaus – ein neugotischer Ziegelrohbau mit Spitzen und Türmchen, belebt durch reichliche Sandsteinverwendung – seine Weihe. Zunächst trug es wieder den Namen St.-Peter-Pauls-Kirche.

Seit 1974 verfügt die Kirche über eine neue Orgel der Firma Jehmlich aus Dresden. Sie zählt zu den besterhaltenen Orgeln der Stadt. Die im Oktober 1890 geweihten Glocken wurden zusammen mit dem Orgelprospekt 1917 für den Krieg abgegeben. Auch zwei der 1920 geweihten Bronzeglocken opferte die Gemeinde 1942. Doch seit dem 6.Oktober 1957 ist das Dreigeläut in dem 75 m hohen Turm wieder komplett. Es wurden zwei Stahlgußglocken angeschafft. Eine elektronische Kirchturmuhr wurde 1990 installiert. Pünktlich zum 100 jährigen Jubiläum wurde das Kirchendach 1991 neu gedeckt. Die Kosten wurden vom Denkmalamt und durch Spenden getragen.

Doch mit der Eingemeindung von Altchemnitz, und mit den bereits existierenden Pauli- und Petrigemeinden in Chemnitz, machte sich eine Namensänderung erforderlich. Deshalb wurde die Geschichte der Kirchgemeinde ab 1894 unter dem Namen St. Michaelis fortgesetzt. Die Kirche bietet 850 Besuchern Platz. Der Altar und die Kanzel bestehen aus Sandstein. Den Aufsatz aus Eiche tragen Säulen aus Serpentinstein. Während des Bombenhagels am 5. März 1945 wurde das Gemeindehaus zerstört und auch die Kirche erlitt Beschädigungen besonders an den Fenstern. Sie wurden in den darauf folgenden Jahren erneuert.

Im Juni 2001 begann die Sanierung des Kirchturms. Die Industrieluft hatte dem Sandstein am Turm stark zugesetzt, so dass eine Erneuerung dringend erforderlich wurde. Die Gesamtkosten der Sanierung, welche 2002 abgeschlossen wurde, beliefen sich auf 1,07 Mio. DM. Die Finanzierung übernahmen die Stadt Chemnitz, die Sächsische Landeskirche, das Regierungspräsidium Chemnitz sowie die Gemeinde.

Foto: Peter Straube