{"id":23,"date":"2016-05-19T14:21:26","date_gmt":"2016-05-19T12:21:26","guid":{"rendered":"http:\/\/michaelis.kirchechemnitz.de\/wordpress\/?page_id=23"},"modified":"2021-04-25T22:11:11","modified_gmt":"2021-04-25T20:11:11","slug":"michaeliskirche","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/michaelis.kirchechemnitz.de\/wordpress\/kirchgebaeude\/michaeliskirche\/","title":{"rendered":"St. Michaeliskirche Altchemnitz"},"content":{"rendered":"\n<p>Bereits um das Jahr 1200 hatte Altchemnitz eine Kirche, welche neben der heutigen Schule stand. Jedoch ist \u00fcber die Gr\u00fcndung nichts bekannt. Sie war den Aposteln Petrus und Paulus geweiht und erhielt um 1500 einen vierfl\u00fcgeligen Altaraufsatz mit geschnitzten und vergoldeten Figuren. Die f\u00fcr unsere Gegend typische Dorfkirche mit Dachreiter \u00fcberstand den 30-j\u00e4hrigen Krieg wohl im Gegensatz zur Umgebung gut. Doch Bauerng\u00fcter und H\u00e4user erlitten bei den \u00dcberfallen durch Soldaten gro\u00dfe Sch\u00e4den und nur ganz wenige Bewohner \u00fcberlebten Krieg und Krankheiten. Nach und nach wurden die ca. 40 G\u00fcter und 20 H\u00e4user wiederaufgebaut. Ab Anfang des 19. Jh. \u00e4nderte sich das Ortsbild durch den Bau von Fabriken gravierend. Die Einwohnerzahl stieg von 600 im Jahr 1820 auf mehr als 5.000 im Jahr 1888. 1894 arbeiteten hier 2.600 Arbeiter in 40 Betrieben.<\/p>\n<p>Altchemnitz geh\u00f6rte von alters her zur Kirchgemeinde St. Nikolai und ein Pfarrer von dort war jeweils f\u00fcr das Dorf zust\u00e4ndig. Erst 1884 wurde die Kirchgemeinde hier selbst\u00e4ndig und bekam einen eigenen Pfarrer und ein Pfarrhaus. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/michaelis.kirchechemnitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/michaeliskirche.png\" alt=\"Zeichnung der St. Michaeliskirche\"><\/p>\n<p>Nachdem die Peter-Pauls-Kirche bereits am 2. Weihnachtsfeiertag 1887 durch ein nahes Feuer bedroht wurde, sollte der 9. Januar 1888 zu einem traurigen Tag der Gemeinde werden. Das angrenzende Gut ging durch Brandstifter in Flammen auf, welche durch den heftigen Sturm auch die Kirche erfassten. Alle L\u00f6schversuche scheiterten, sie brannte innerhalb von zwei Stunden ab. Schon vor der Katastrophe wurden Gedanken zum Neubau einer gr\u00f6\u00dferen Kirche ge\u00e4u\u00dfert, diese mussten nun verwirklicht werden. Es wurde ein Kirchenbaufonds angelegt. Die kirchlichen Veranstaltungen fanden im Pfarrhaus und einem nahen Gasthaus statt, Gottesdienste ab Juni 1888 in der gerade neu erbauten Turnhalle (<i>jetzt Firmengeb\u00e4ude Annaberger Str. 247<\/i>), in deren N\u00e4he eigentlich eine gro\u00dfe Schule gebaut werden sollte. Da aber dahinter bereits 1878 ein neuer Friedhof angelegt worden war, tauschte man die Grundst\u00fccke und die Schule entstand auf dem Grundst\u00fcck der abgebrannten Kirche, die Kirche daf\u00fcr zwischen der Turnhalle, dem 1884 erbauten Pfarrhaus und dem neuen Friedhof.<\/p>\n<p>Nach der feierlichen Grundsteinlegung am 3. Juni 1889 begann der Kirchenneubau auf einer Fl\u00e4che von 1.500 qm nach den Pl\u00e4nen des Dresdner Architekten Schramm. Am 5. Juli 1891 empfing das Gotteshaus seine Weihe \u2013 ein neugotischer Ziegelrohbau mit Spitzen und T\u00fcrmchen, belebt durch reichliche Sandsteinverwendung. 850 Besucher habrn darin Platz. Altar und Kanzel bestehen aus Sandstein, den Aufsatz aus Eiche tragen S\u00e4ulen aus Serpentinstein. Zun\u00e4chst bekam sie wieder den Namen ihrer Vorg\u00e4ngerkirche. Doch nach der Eingemeindung von Altchemnitz 1894 nach Chemnitz machte sich durch die dortigen Pauli- und Petrikirchen eine Namens\u00e4nderung erforderlich. Deshalb wurde die Geschichte der Kirchgemeinde ab 1894 unter dem Namen St. Michaelis fortgesetzt. W\u00e4hrend des Bombenhagels am 5. M\u00e4rz 1945 erlitt die Kirche Besch\u00e4digungen, besonders an den Fenstern. Sie wurden in den darauffolgenden Jahren erneuert.<\/p>\n<p>1974 wurde die nicht mehr reparierbare Orgel von 1891 durch eine neue ersetzt (beide von der Firma Jehmlich, Dresden). Die im Oktober 1890 geweihten Glocken mussten zusammen mit dem Orgelprospekt bereits 1917 f\u00fcr den Krieg abgegeben werden. Auch zwei der 1920 neu angeschafften Bronzeglocken opferte die Gemeinde 1942. Seit 1957 ist das Gel\u00e4ut in dem 75 hohen Turm durch zwei Stahlgussglocken wieder komplett. Eine elektronische Kirchturmuhr wurde 1990 installiert.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich zum 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um wurde das Kirchendach 1991 neu gedeckt. Die Kosten wurden vom Denkmalamt und durch Spenden getragen. Im Juni 2001 begann die Sanierung des 75 m hohen Kirchturms. Die Industrieluft hatte dem Sandstein am Turm stark zugesetzt, so dass eine Erneuerung dringend erforderlich wurde. Die Gesamtkosten der Sanierung, welche 2002 abgeschlossen wurde, beliefen sich auf 1,07 Mio. DM. Die Finanzierung \u00fcbernahmen die Stadt Chemnitz, die S\u00e4chsische Landeskirche, das Regierungspr\u00e4sidium Chemnitz sowie die Gemeinde. Die marode Dampfheizung ersetzt inzwischen eine elektrische Bankheizung im vorderen Kirchenschiff.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 0.7em; font-weight: lighter; font-style: italic; color: #999999;\">Foto: Peter Straube<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits um das Jahr 1200 hatte Altchemnitz eine Kirche, welche neben der heutigen Schule stand. Jedoch ist \u00fcber die Gr\u00fcndung nichts bekannt. Sie war den Aposteln Petrus und Paulus geweiht und erhielt um 1500 einen vierfl\u00fcgeligen Altaraufsatz mit geschnitzten und vergoldeten Figuren. 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